PHILADELPHIA: UNTERSTÜTZERAUFRUF

MOVE 9 Anhörungen im April

 
Fast 30 Jahre nach der Konfrontation am 8. August 1978 in Philadelphia, sind die verbleibenden Acht der "MOVE 9" Häftlinge zur Bewährung berechtigt (siehe Philadelphia Inquirer und Metro). Anfang April werden sie dem Bewährungsausschuss vorgeführt werden. Mit den bevorstehenden Anhörungen bittet MOVE um Unterstützung: kontaktiert das Bewährungsgremium und unterschreibt die Online-Petition (Howard Zinn und Noam Chomsky haben bereits unterzeichnet). In einer neuen Videoreihe werden Interviews mit den MOVE Mitgliedern Ramona Africa (der einzigen volljährigen Überlebenden des Polizeiangriffs vom 13. Mai 1985 auf das MOVE Hauptquartier) und Mike Africa Jr. (dem Sohn der MOVE 9 Häftlingen Debbie und Mike Sr.) präsentiert.

In einem neuen Interview zitiert der Philadelphia Journalist Linn Washington Jr. seine Quellen der Polizei, die ihm erzählten, dass der Beamte James Ramp durch die Kugel aus einer Polizeiwaffe und nicht aus einer Waffe der MOVE-Mitglieder getötet wurde. Hier einige Audio-Schnipsel: Was Officer Ramp Killed By Police Gunfire?; The Illegal Destruction of MOVE's House, Manipulation of Evidence and Media Bias, Ed Rendell and Prison Guard Violence Against MOVE, Unfair Parole Stipulations und May 13, 1985.

ÄHNLICHES: Ona Move Newsletter II Ramona Africa in Harrisburg II MOVE documentary II MOVE 9 Parole Blog II MOVE's website II MOVE 2007 UK Speaking Tour

Fotos: Bei einer Demo von Unterstützern der MOVE hielten Demonstranten ein bekanntes Foto von Delbert Africa hoch, wie er am 8. August 1978 aus dem MOVE Haus tritt. Nach einer Sekunde wurde das Foto konfisziert. Delbert wurde vor laufender Kamera verprügelt.

MOVE 9 Anhörungen im April

--Wurde Officer Ramp durch eine Kugel der Polizei getötet? Ein Interview mit Linn Washington Jr.

von Hans Bennett

Fast 30 Jahre nach der Konfrontation am 8. August 1978 in Philadelphia, sind die verbleibenden Acht der "MOVE 9" Häftlinge zur Bewährung berechtigt (siehe Philadelphia Inquirer und Metro). Die Anhörungen im April sind nur für sieben angesetzt, denn Chuck Africa ist erst sechs Monate später zur Bewährung freigegeben. Anfang April werden sie einzeln verhört werden und für die Befreiung auf Bewährung eines jeden Häftlings ist innerhalb des Bewährungsausschusses eine Mehrheit von 5:9.

Mit den bevorstehenden Anhörungen bittet MOVE um Unterstützung: kontaktiert das Bewährungsgremium und unterschreibt die Online-Petition (Howard Zinn und Noam Chomsky haben bereits unterzeichnet). In einer neuen Videoreihe werden Interviews mit den MOVE Mitgliedern Ramona Africa (der einzigen volljährigen Überlebenden des Polizeiangriffs vom 13. Mai 1985 auf das MOVE Hauptquartier) und Mike Africa Jr. (dem Sohn der MOVE 9 Häftlingen Debbie und Mike Sr.) präsentiert. Ramona sprach erst vor Kurzem in Harrisburg über den Hafterlass und den neuen Ona Move Newsletter, der erst vor Kurzem veröffentlicht wurde.

Nach der Ermordung des Philadelphia Police Officers James Ramp während der Polizeibelagerung des MOVE-Hauptquartiers in West Philadelphia am 7. August 1978 wurden die MOVE Mitglieder Janine, Debbie, Janet, Merle, Delbert, Mike, Phil, Eddie und Chuck Africa des Mordes, Verschwörung, mehrfachem versuchten Mordes und schwerer Körperverletzung angeklagt. Jedes Mitglied wurde zu 30-100 Jahren Haft verurteilt. Die MOVE 9 werden weitestgehend als politische Häftlinge betrachtet. Sowohl die Beweisführung, als auch die Fairness des MOVE 9 Prozesses waren von den MOVE und anderen heftig umstritten (LEST MEHR).

Nach der Verurteilung gab der Richter zu, dass er "absolut keine Ahnung" hätte, wer Officer Ramp tatsächlich umgebracht habe und erklärte, dass er die MOVE als Familie betrachtete, seitdem sie sich auch so nannte. In einem neuen Newsletter argumentieren die MOVE, dass die Kugel "in einer "aufsteigenden" Kurve und nicht in einer "horizontalen" oder absteigenden Kurve hätte eintreffen müssen, wenn sie aus dem Keller abgefeuert wurde, so wie es in vorliegenden Berichten steht. Neben diesem Punkt argumentieren die MOVE außerdem damit, dass es geradezu unmöglich gewesen wäre, zu dieser Zeit einen sauberen Schuss zu tätigen. Das Wasser im Keller stand 2m hoch und zwang die Erwachsenen dazu, die Kinder und Tiere hoch zu halten, um sie vor dem Ertrinken zu retten. "Der Druck des Wassers war so stark, dass er 2 Meter lange Bahnschwellen (die Teile unseres Zauns wahren) mit sich hinfort riss und sie durch das vor uns liegende Kellerfenster sog. Es war unmöglich, dass irgendwer gegen diesen Wasserdruck, das Geröll die Feuerwaffen ankommen konnte, um jemanden umzubringen."

Philadelphia Journalist Linn Washington Jr. berichtete am 8. August 1978 vom Geschehen. In diesem Exklusivinterview zitiert Washington Quellen der Polizei, die ihm sagten, dass Officer James Ramp durch Polizeifeuer und nicht durch die Kugeln der MOVE umgekommen ist.

Dieses Interview wurde in kleine Audio-Clips zerlegt (en): Was Officer Ramp Killed By Police Gunfire?, The Illegal Destruction of MOVE's House, Manipulation of Evidence and Media Bias, Ed Rendell and Prison Guard Violence Against MOVE, MOVE 9 Parole and Unfair Stipulations, und May 13, 1985 and American Justice. Der nicht bearbeitete Abschnitt über MOVE ist im kompletten, 1-stündigen Interview vom Mai 2007 zu hören.

Der Absolvent des Yale Rechtsjournalismus Programms, Linn Washington Jr. ist derzeit Professor für Journalismus an der Temple University und Kolumnist für die Zeitung Philadelphia Tribune. Mit seinen neuesten Dokumentationen über die MOVE wurde er von Cohort Media sehr hervorgehoben und von Howard Zinn (Watch in full or on auf You Tube) kommentiert.

Hans Bennett: In der letzten Dokumentation der MOVE zitieren Sie Ihre Quellen in der Polizei, die ihnen berichteten, dass die Polizei wisse, dass Ramp durch Polizeifeuer umgekommen sei. Können Sie mir mehr darüber sagen?

Linn Washington Jr: Ich bestätige, dass ich diese Aussagen aufgrund meiner Informationen aus der Polizeiwache gemacht habe. Ich habe nie die Wurzeln der MOVE herausfinden können und meine Investigationen werden mich auch niemals weiter führen.

Ich werde euch aber eines sagen:

Officer Ramp wurde angeblich erschossen, durch eine Kugel getötet., die durch eine Waffe des Kaliber .223 abgefeuert wurde. .223 ist das Kaliber, das in einer M-16 verwendet wird. Die Polizei behauptet, innerhalb des MOVE Hauses vier Karabiner mit dem Namen Mini-14's gefunden zu haben. Hersteller Ruger. Und diese würden die .223 Kugeln abfeuern.

Am Tag direkt nach dem Schießerei behauptete die Polizei, dass kein einziger der beteiligten Officers an diesem Tag eine solche Waffe getragen hätte. Rund drei Wochen später, während der Vorverhandlungen, bestätigte die Polizei, dass es Polizisten gab, die Mini-14er mit .223 Geschütz abfeuerten. Zuerst sagten sie, dass sie nur dort waren, aber nicht, dass sie in der Nähe des Tatorts waren. Dann rückten die Officers mit diesen Waffen näher an den Tatort heran. Trotzdem lautet die offizielle Version wie folgt: "Ja, sie waren Teil des Angriffs, aber sie haben ihre Waffen nie abgefeuert."

Deshalb gibt es für die sich ständig ändernden Geschichten und die plumpen Verschleierungsversuche keine Unangebrachtheiten?

Noch etwas! Hier schließt die Sachbeschädigung eine gründliche Prüfung aus! Der Prozess wurde von den MOVE geführt und als die vom Gericht ernannten Bevollmächtigten auf den Plan traten, geriet alles außer Kontrolle.

Lasst uns aber eine Weile darüber nachdenken. Man muss kein Ballistiker sein, um eines herauszufinden. Es geht nur um den gesunden Menschenverstand. Wir haben vier männliche MOVE-Mitglieder im Keller. Sie sollen laut Polizeibericht bewaffnet gewesen sein. Ein Keller ist normalerweise unterhalb der Erde. Sie sollen angeblich aus dem Fenster geschossen haben und, versuchen wir zu verstehen, es ging nicht ab wie in El Alamo, wo Menschen direkt am Fenster standen und hinaus schossen. Sie stehen nicht am Fenster sondern verstecken sich im Keller unter Kissen und Decken. Deshalb kam alles, was sie aus dem Fenster hätten werfen oder schiessen können von unten. Sie hätten nach oben schießen müssen um jemanden/etwas zu treffen.

Ramp stand auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf dem Boden. Also: wie konnte ihn etwas treffen, was von oben kommen sollte? Die MOVE-Mitglieder schossen aus dem Keller nach oben?

Okay, vielleicht ist die Kugel irgendwo abgeprallt? Der Wohnblock gegenüber des alten MOVE-Gebäudes ist ein Backsteinhaus. Sein Verbundstoff war allerdings Holz. Deshalb ist die Vorstellung, die Kugel könnte an einem Stein abgeprallt, auf das MOVE-Haus zurück gefallen und dann in Ramp eingeschlagen sein, der irgendwo auf der Erde stand, ist sehr problematisch..

Darüber hinaus ist die .223 Kugel ziemlich klein und leicht. Und da sie sehr leicht ist, würde sie wohl leicht gestoppt werden, wenn sie an eine Mauer prallte. Sie wird nicht unversehrt bleiben, wenn sie einige Male an einer Mauer aufprallt, außer es handelt sich um eine Kugel, wie die, die Arlen Specter benutzte, als er für die Warren Kommission arbeitete, die angeblich Kennedy um die Ecke brachte. Ihr wisst schon, so eine Kugel die in der Luft einige Male die Richtung ändern kann. Es ist sehr fraglich bis unwahrscheinlich, dass die Kugel, die Ramp getötet hat, aus dem Keller kam.

Es wird schwer nachweisbar sein, denn die Polizei hat Beweise vernichtet. Anfang des Jahres befand das Oberste Gericht Pennsylvania, dass es illegal sei, dass Behörden einen Tatort verändern, bevor die Verteidigung die Möglichkeit hat, ihn zu untersuchen.

Einige Tage vor der Razzia am 8. August unterzeichnete ein Richter Philadelphias einen Befehl, der der Stadt untersagte, das Haus der MOVE zu zerstören. Dennoch setzte sich die Stadt darüber hinweg.

Und dann? Man hat die Stadt nie wegen Missachtung des Gerichts belangt! Es gibt sogar Kopien des gerichtlichen Beschlusses. Man kann nicht sagen, dass er nicht existiere!

Eine der lebhaftesten Erinnerungen an die Zerstörung des MOVE Hauses um ca. 13:30 einige Stunden nach der Verhaftung der MOVE: die Schießerei war um ca. 10:30 beendet; das letzte MOVE-Mitglied wurde um ca. 11:00 Uhr verhaftet.

Die Polizei hat 250.000 Gallonen Wasser in den Keller gepumpt. Ich weiß das, weil ich mich hinter dem Wasserwagen versteckte, der an den Wasserwerfer angeschlossen war, als die Schießerei begann. Ich ging zu dem Typen, als er damit begann, das Wasser in den Keller zu pumpen. Deshalb weiß ich, wie viel Wasser in den Keller floss. Es war ein dunkler Keller voller Wasser und Tränengas und man konnte genau deshalb stundenlang keine richtige Untersuchung durchführen. Trotzdem behauptet die Polizei, dass sie eine genaue Prüfung durchgeführt hätte und dann rissen sie das Gebäude ein.

Die Vernichtung von Beweisen selbst wirft ernste Fragen über Korrektheit der Beweise auf, die gegen die MOVE verwendet wurden.

HB: Warum glaubst du, wurde das Haus abgerissen?

LW: Ich denke, sie haben es teilweise deshalb abgerissen, um Beweise zu vertuschen. Bürgermeister Frank "Rassist" Rizzo und Polizeichef O'Neill behaupteten, sie hätten es eingerissen, weil sie nicht wollten, dass es zu einem Schrein für die MOVE wird und sie hatten das Gefühl, nicht dafür sorgen zu können, dass die MOVE es nicht wieder besetzen würden.

Wie absurd das Ganze ist sieht man an folgendem: Von Anfang März bis Mitte April 1978, machte die Polizei eine Hungerblockade um das Haus und sperrten den Bezirk um Powelton Village. Niemand durfte hinein oder hinaus. Die Menschen, die dort wohnten mussten wie in Südafrika Schleichwege benutzen, um ihre Häuser betreten oder verlassen zu können. Deshalb ist die Vorstellung, die Polizei konnte das Haus nicht richtig sichern, total absurd.

Klar ist, dass die Vernichtung von Beweisen auch einen gerechten Prozess unmöglich machte.

Du fragst nach "klaren Erinnerungen" und ich erinnere mich daran, dass ich über eine frühe Voruntersuchung Bericht erstattete. Sie fand im Gefängnis statt, wo man sie in einen Mini-Gerichtssaal brachte und einem Richter vorführte (der später wegen Korruption gefeuert wurde). Ich erinnere mich genau daran, als der Leichenbeschauer herein kam und seine Zeugenaussage anhand des Autopsieberichts des getöteten Officers, James Ramp, machte.

Er sagte darüber aus, wie die Kugel in den Körper einschlug. Dann, als der Staatsanwalt bereit war, den Bericht des Leichenbeschauers als Beweis vorzustellen, sah er sich die ersten Paragraphen an und sagte: "Oh, Euer Ehren, der medizinische Bericht hier stimmt nicht mit der Zeugenaussage überein, die Sie gerade gehört haben. Lass Sie mich das gleich korrigieren." Dieser Typ nahm einen Stift und veränderte den verdammten Bericht gleich dort im Gerichtssaal und nahm ihn dann als Beweis auf. Einfach unglaublich, der Richter akzeptierte das!

Ein weiterer grundlegender und ungeheuerlicher Verstoß gegen die rechtliche Vorgehensweise. Ich verließ den Gerichtssaal und rief meinen Chef beim Philadelphia Journal an, wo ich zu der Zeit arbeitete. Er sagte mir: "Na ja, okay, wir sprechen darüber, wenn du wieder zurück bist." Ich arbeitete auch für den United Press International (UPI) Nachrichtendienst, also rief ich dort an, aber sie sagten, sie seien nicht interessiert.

Ich sagte: "Wartet mal. Diese ganze Sache zwischen der Stadt Philadelphia und der MOVE begann 1972. Seither wird doppelmoralisches Recht angewandt und die Regeln des richterlichen Vorgehens gebrochen. Hier haben wir ein ganz klares Beispiel und das soll nicht berichtenswert sein?" UPI antwortete: "Nein. Es ist nicht berichtenswert, Linn. Wenn sie mehr darüber heraus bekommen, rufen Sie wieder an."

HB: Hat irgendjemand ihre Geschichte gekauft?

LW: Nein!

Niemand kaufte sie, niemand dachte, das sei wichtig. Wenn man sich aber die Berichterstattung anschaut, wurde alles, was die MOVE falsch gemacht haben veröffentlicht. Im Gegensatz zu den Angriffen auf die MOVE, der Ungerechtigkeit und der Entbehrungen, die sie über sich ergehen lassen mussten, fanden nie ihren Weg in die kommerzielle Presse. Ich weiß, dass etwas in der Tribune stand, weil ich für das Blatt schrieb. Auch auf schwarzen Radiosendern, denn dort gab es schwarze Reporter, die daran glauben, man solle fair und unparteiisch sein und wir wurden deshalb kritisiert. Mumia auch. Wir dachten, dass es zwei Seiten der Geschichte gab. Wir schlugen uns nicht auf die Seite der MOVE, aber wir dachten, dass sie ein Recht darauf hätten, dass ihre Seite entsprechend präsentiert wird.

Wenn sie geschlagen werden, den Frauen in den Unterleib getreten wird, so dass sie Fehlgeburten bekommen, sollte das eine Geschichte wert sein.

Im Februar 1978 kamen die Mitglieder der MOVE in Philadelphia ins Gefängnis. Die Wächter sprangen auf ihnen herum und schlugen sie brutal, drehten sich dann um und klagten sie an, die Wächter angegriffen zu haben.

Heute würden die MOVE natürlich sagen: "Nein, wir kooperieren nicht mit dem System, denn wir wissen, es ist korrupt." Aber in genau diesem Fall sagten sie: "Wir kooperieren nur, um zu demonstrieren, dass es nichts bedeutet, wenn wir kooperieren." Also kooperierten sie mit dem Bezirksstaatsanwalt (damals war das Ed Rendell) und nach längerer Untersuchung kam die Staatsanwaltschaft darauf, dass tatsächlich MOVE die Opfer waren, dass sie von den Wächtern angegriffen wurden.

Das hieß also, dass die Gefängniswächter wegen Körperverletzung und anderen Verbrechen angeklagt wurden. Es ging Rendell aber weniger darum gegen die Wächter aktiv zu werden, sondern, die falschen Anschuldigungen gegen die MOVE-Mitglieder fallen zu lassen.

Heutzutage ist es ein Verbrechen, wenn falsche Polizeiberichte eingereicht werden. Ebenso ist es ein Verbrechen, wenn über etwas im Bericht gelogen wird. Es gibt viele Fälle von Körperverletzung (wie in den Untersuchungen festgestellt werden konnte), die ihnen zur Last gelegt werden könnten. Aber es wurde nichts unternommen.

Und weißt du was? Nur wenig von dem, was ich gerade über diese Konfrontationen erzählt habe, wurde in der Presse berichtet.

HB: Glaubst du, dass den MOVE 9 die Bewährung gewährt werden wird?

LW: Bewährung soll als Ersatzstrafe zur Haft gelten. So wie ich es sehe, haben sich alle gut geführt. Deshalb: ja.

Sie haben für mehrfachen versuchten Mordes 30 Jahre in Haft verbracht. Die durchschnittliche Strafe für mehrfach versuchten Mord beträgt 10-15 Jahre, also saßen sie schon doppelt so lange. Deshalb, ja! Sie sollten frei gelassen werden.

Wird das passieren? Ich glaube nicht.

Der Bewährungsausschuss argumentiert mit einigen illegalen Standards. Einer davon besagt, dass man seine Schuld einsehen muss. Wenn man allerdings die ganze Haftzeit über an seiner Unschuld festhält, wie kann man dann sagen: "Okay, ich war's?"

Der nächste Standard ist ganz klar illegal. Es wird gefordert, dass die MOVE-Mitglieder, die entlassen werden bevor sie ihre komplette Strafe abgesessen haben, leugnen MOVE-Mitglieder gewesen zu sein. Das könnte leicht in Ländern wie China, Nordkorea oder Russland passieren, wo einem gesagt wird: "Du musst die anti-kommunistischen Gefühle, die du hattest, verurteilen." Aber in den USA müssen wir so etwas nicht tun. So wird aber in Pennsylvania mit MOVE-Mitgliedern umgegangen und niemand ist der Meinung, dass das ein Problem ist.

Dies ist wiederum ein Beispiel dafür, was ich zu Beginn dieses Gesprächs gesagt habe. Es gibt einen riesen Unterschied zwischen dem was die US-amerikanische Behörden behaupten und was sie tatsächlich tun.

Hans Bennett ist unabhängiger Journalist in Philadelphia (insubordination.blogspot.com) und Mitbegründer der Gruppe Journalists for Mumia (Abu-Jamal-News.com).

Dieser Artikel stammt von Indymedia Philly.

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Mumia Fact-Sheet

Free Mumia Now! 19.Mar.2008 21:16

Mumia Abu-Jamal, an eloquent journalist and supporter of the MOVE organisation, remains on death row for a crime he did not commit. There is currently a deadly right-wing media blitzkrieg set against this innocent man, carried out in the name of legal lynching. I'm posting a link below to a site that explodes the lies launched against his innocence. It is published by the Partisan Defense Committee, a longtime advocate for Mumia's immediate freedom. Please check it out here:

 http://www.partisandefense.org/pubs/articles/factsheet1231.html