Untersuchung: Brandgefahr BMW Motorräder

 
Die US-Behörde NHTSA hat eine Untersuchung wegen möglicher Brandgefahr bei BMW Motorrädern vom Typ "R-Modelle" eingeleitet. Auch in Deutschland ermitteln Behörden (KBA, Staatsanwaltschaft) in Sachen BMW Motorräder, allerdings wegen Defekten an der Bremsanlage vom Typ "Integral-ABS"

BMW MotorradUS-Sicherheitsbehörde NHTSA / ODI untersucht R-Modelle des Herstellers BMW Motorrad wegen möglicher Brandgefahr.


Das Office of Defects Investigation (ODI) der US-Sicherheitsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) hat am 21. Juni 2007 eine Untersuchung (PE07031) von BMW Motorrädern des Typs "R-Modelle" wegen möglicher Brandgefahr eingeleitet. Zusammenfassung:

ODI IS AWARE OF ALLEGED SUBJECT VEHICLE FIRE-EVENTS APPARENTLY DUE TO A MELTED OIL LEVEL SIGHT ¿GLASS¿ DURING PERIODSOF EXTENDED ENGINE IDLING. OIL DRAINS FROM THE ENGINE CRANKCASE, THROUGH THE MELTED SIGHT GLASS. IT THEN COATS THE EXHAUSTSYSTEM (INCLUDING THE CATALYTIC CONVERTER) AND IGNITES. THIS SCENERIO IS ALSO DESCRIBED IN A (CONFIDENTIAL) NUMBER OF FIELDREPORTS PROVIDED TO NHTSA BY BMW PURSUANT TO THE EWR REQUIREMENTS. TO LEARN MORE ABOUT THESE ALLEGATIONS WE HAVE OPENED THIS PE.

Original-Dokument: (PDF, 112 KB)

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg hat Kenntnis über diese US-Untersuchung. Ob die deutsche Behörde im Rahmen seiner Zuständigkeit nach dem Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSG) tätig geworden ist, ist nicht bekannt. Ebenfalls liegt keine Bestätigung darüber vor, ob der Produktverantwortliche des Herstellers BMW Motorrad in Deutschland seiner Verpflichtung zur Selbstanzeige nach dem GPSG nachgekommen ist, sofern von den Produkten BMW Motorräder tatsächlich eine Gefahr (Brandgefahr) für Verbraucherausgeht. Die US-Behörde beschreibt jedenfalls, der Hersteller habe Kenntnis über eine geheime Anzahl von Berichten aus dem Feld, die das Szenario schmelzender Ölschaugläser, sowie Ölaustritt mit einhergehender Brandgefahr, bestätigen.

Bereits am 23. März 2004 gab es einen entsprechenden Bericht in einem deutschen Internetforum, das BMW Motorräder vom Typ "R-Modelle" zum Gegenstannd hatte. Der Berichterstatter teilte mit, dass er seine BMW R 1150 GS in der Garage warm laufen lassen. Nach 20 Minuten habe er festgestellt, dass das Ölschauglas geschmolzen sei und der Motor abgestellt habe. Weitere Nachforschungen haben zahlreiche Berichte über herausgefallene Ölschaugläser - auch während der Fahrt - und Undichtigkeiten am Ölschauglas hervorgebracht.

Auch in Deutschand gibt es Ermittlungen im Zusammenhang mit BMW Motorrädern. Zum einen ermittelt das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg aufgrund der Kenntnisnahme von Anhaltspunkten, dass das Nachfolgesystem des BMW Integral ABS des Herstellers FTE Automotive, das BMW Integral ABS von Continental Teves, Fehler aufweist, die zu Bremsversagen und mindestens “Beinahe-Unfälle” führen können (Az 414-771/1851/07).

Zum anderen ermittelt die Staatsanwaltschaft München I im Zusammenhang mit dem BMW MotorradIntegral ABS von FTE automotive (Az 490 UJs 702755/06). Im Sommer 2006 sind einige BMW Motorräder bei Besitzern abgeholt und an ein Gutachterbüro nach München zur weiteren Untersuchung überstellt worden. So genannte “Schein”-Fehlermeldungen und ihre Parameter, sowie angebliche Total-Ausfälle, könnten zentrale Punkte der Ermittlungen sein. Eine Offenlegung der Softwarestrukturen seitens des Herstellers sind für die Untersuchungen von Nöten. Sollten sich Fehler bestätigen, könnten die Untersuchungenan einer Hochschule intensiviert werden. Bislang traurigster Höhepunkt der Berichterstattung ist ein Artikel über einen Todesfall mit einem BMW Motorrad, das mit dem Integral-ABS ausgestattet war.

Sachdienliche Hinweise zu den jeweiligen Ermittlungen nehmen diese Behörden in Deutschland entgegen:

Kraftfahrt-Bundesamt (KBA)
24932 Flensburg
Telefon: +49-461-316-0

Staatsanwaltschaft München I
Postfach
80997 München
Telefon: +49-89-5597-07

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