BRD-Demografie: Generation Silberfuchs

 

Manager gesucht
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Weiterbildung, Wissenstransfer, Wassergymnastik: Wie sich Deutschlands Unternehmen darauf einstellen, dass Mitarbeiter jenseits der 50 bald die Mehrheit der Beschäftigten in Deutschland stellen. Fanggurt umgelegt, Helm auf und rauf geht’s: Mindestens dreimal täglich klettert Ernst-August Brockmann Containerkräne hoch. Prüft in 25 Meter Höhe, ob Bremsen greifen, Drehmotoren laufen, Hebemechanismen funktionieren. Reist zwischen Hannover, Göttingen und Malsfeld in Nordhessen, um die Ungetüme aus Stahl zu warten, die Container von Güterzügen auf Lastwagen heben und dabei bis zu 41 Tonnen Gewicht bewegen. „Ein bisschen wie ein TÜV für Kräne“, beschreibt der 54-Jährige seinen Job, dem er seit vergangenem Jahr frisch geschult nachgeht. Damals hatte er, nach seinem Hauptschulabschluss 1971, schon fast 40 Jahre als Schlosser auf dem Buckel.

Heizungs- und Tankanlagen warten und reparieren – das war jahrelang Brockmanns Job bei der Bahn-Tochtergesellschaft DB Services. Bis er von seinem Arbeitgeber umgeschult wurde, zum Fachmann für Containerkräne. „Auch mit über 50“, sagt Brockmann, „muss man ja seine geistige Flexibilität nicht abstellen.“
Abkehr vom Jugendwahn: 3000 von Brockmanns Kollegen, im Schnitt zwischen Mitte und Ende 40, schulte die Bahn damals um – zu Reinigungs- und Wartungsfachkräften für Containerkräne, Aufzüge und Rolltreppen. Zahlreiche an externe Dienstleister vergebene Aufträge kamen so wieder an die Bahn-Tochter zurück, 100 Arbeitsplätze entstanden neu, die Gewinnmarge in den technischen Sparten wuchs.
Als „erfolgreiches Investment in die Wettbewerbsfähigkeit“ versteht Matthias Afting die Entscheidung, auch ältere Mitarbeiter weiterzuqualifizieren – zum Wohle des Unternehmens. „In unserem personalintensiven Geschäft definiert sich Konkurrenzfähigkeit fast ausschließlich über das Know-how unserer Mitarbeiter“, sagt er.
Die wachsende Abkehr vom Jugendwahn der vergangenen Jahre hat einen einfachen Grund: Weil nicht genügend Jüngere auf den Arbeitsmarkt strömen und seit Ende 2009 der frühe Ausstieg aus dem Beruf durch Altersteilzeit und vorgezogenen Ruhestand vom Staat nicht mehr finanziell gefördert wird, steigt das Durchschnittsalter der Belegschaften stetig an. Laut Deutscher Rentenversicherung kletterte das durchschnittliche Renteneintrittsalter seit 1995 von rund 60 auf knapp 61 Jahre – Tendenz steigend. ......... MEHR:  http://www.wiwo.de/management-erfolg/generation-silberfuchs-440622/ ......... War beim Konsumgüterkonzern früher Unfallverhütung das Topthema, haben heute psychosoziale Faktoren und Ergonomie in seiner Abteilung Vorrang. In einem Pilotprojekt macht Henkel Sicherheitsfachkräfte zu Ergonomie-Spezialisten, die die Kollegen auf falsche Sitzhöhe, verkrampfte Haltung oder die richtige Brille für den PC aufmerksam machen.
„Investition in die Zukunft“ nennt Goetz Gageik, Personalleiter Henkel Deutschland, die betriebliche Gesundheitsförderung, mit der „die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter erhalten und krankheitsbedingte Kosten“ sinken sollen. ......... MEHR:  http://www.wiwo.de/management-erfolg/generation-silberfuchs-440622/ ......... Simpel und preiswert
Das Ziel für die Führungskräfte für 2009 und 2010 lautete: Um jeweils zehn Prozent soll die physische Belastungsrate gesenkt werden. „Neue Arbeitsplätze“, so der Leiter Gesundheitsschutz, Arbeits- und Unternehmenssicherheit Peter Dolfen, „sollen die Mitarbeiter physisch so wenig wie möglich belasten.“
Manchmal waren die Lösungen simpel und preiswert: Eine Halogenleuchte verbessert das Licht und mindert Augenbeschwerden, mattierte Tischplatten schützen vor Reflektionen. Und dank höhenverstellbarer Arbeitsplatten können Arbeiter, die kleiner als 1,70 Meter sind, die Reifen nun so gut bearbeiten wie Kollegen mit 1,90 Meter Körpermaß. - Von Manfred Engeser 10.09.2010 - ... mehr:  http://www.wiwo.de/management-erfolg/generation-silberfuchs-440622/2/

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Keine Angst vor der alten Gesellschaft (?!) .... Die Sorge vor den Folgen einer immer älteren Bevölkerung ist vermutlich übertrieben. Denn nicht das Verhältnis von Jungen und Alten ist relevant, sondern das von Gesunden und Kranken. ........  http://www.sueddeutsche.de/wissen/immer-mehr-senioren-keine-angst-vor-der-alten-gesellschaft-1.998143
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Picture: ..... Manager gesucht ! ? - 3 x darfst Du Raten ! .....  http://www.wiwo.de/management-erfolg/galerien/gefallene-idole-1159/1


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