Der Mann am Frauentag

 

Angie und Gutti
Angie und Gutti


(8.3.2011) Etwas andere Anmerkungen - Der Internationale Frauentag am 8. März hat mittlerweile etwas von Frühlingsbeginn, denn ringsum sprießt und blüht alles. Presseaussendungen sonder Zahl, Veranstaltungen, Schwerpunkte in den Medien und bei den Parteien - so weit, so gut - wäre der Effekt dauerhaft. Eines der dominierenden Themen vor diesem Internationalen Frauentag ist die Frage der Quoten für Aufsichtsräte und Vorstände. Die "gewöhnliche" Frau und Arbeitnehmerin, die niemals in ihrem Leben in eine entsprechende Funktion gelangen wird, hat davon durchaus etwas, da es sich auf die Rahmenbedingungen für alle Frauen positiv auswirken soll. Männerquoten werden rund um den Frauentag zu Recht als karrierefördernde Seilschaften diskutiert, deren Effekt man(n) überall sehen kann. Sie landen in Vorständen, übernehmen dieses und jenes Amt, fallen weicher als Frauen, wenn sie etwa die Politik verlassen.

Frauen vernetzen sich zwar ebenfalls, können jedoch oft nicht mehr füreinander tun als eine Frau nach einem Rückschlag ein wenig aufzurichten. Die Möglichkeit, ihr hinaufzuhelfen, haben sie meistens nicht, während Männer einander die Räuberleiter machen. Frauen müssen die Forderung nach Quoten immer noch rechtfertigen, während unausgesprochene Männerquoten übersehen werden. Ein aktuelles Beispiel für Genderblindheit ist die Forderung nach mehr Qualität in den Aufsichtsräten angesichts von Wirtschaftsskandalen. Eine Frauenquote wird aber abgelehnt, obwohl es sich um Männerskandale handelt, da in den verantwortlichen Gremien meistens nicht einmal eine einzige Frau war.

Marlene Streeruwitz gehört, siehe Video, zu jenen Frauen, die absolut nichts zu feiern finden am Frauentag. Sie meint etwa, dass die deutsche Kanzlerin Angela Merkel der Quote (für Aufsichtsräte) eine Absage erteilte, ist deswegen bedeutsam, weil hier eine Frau die "Sprachmacht" nicht mit anderen Frauen teilt. Die Sphäre der Frauen ist nach wie vor die "Selbst- und Fürsorge", aber in der "wirklichen Welt" herrschen Machtverhältnisse "wie damals", als die neue Frauenbewegung im Aufbruch war. Das Scheitern an diskriminierenden Rahmenbedingungen ist nicht politisch, sondern die persönlichen Biografien sollen Frauen als Beweis dafür dienen, dass es an ihnen selbst liegt.

Der Frauentag ist "ein Tag der Wut und der Trauer", denn "die Verachtung von Frauen und ihre Selbstverachtung sind selbstverständlich", sie sind "Grundlage politischen Handelns geblieben". ...........  http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=2010 ............... Hierarchische Strukturen und Abläufe, die "Männlichkeitsmaschinen" produzieren, werden durch Vielfalt transformiert. Menschen sollen nicht durch Funktionen, sondern durch Persönlichkeit und Leistung zählen, Entscheidungen werden besser, wenn sie nicht einsam getroffen werden. Es mag für viele Männer ungewohnt sein, zwar mehr Befugnisse als andere zu haben, aber doch nur einer von vielen zu sein, aber immer mehr Männer wollen Bedingungen, die ihnen weniger abverlangen. Allerdings sollen Frauen (wieder einmal) die Hauptarbeit leisten, denn sie sollen ein angenehmeres Klima in starre Strukturen bringen. Es ist wahrscheinlich auch leichter für Frauen, etwas zu verändern - aber überall dort, wo Männer dominieren, haben sie auch die Hauptverantwortung....

Infos:
Presseausendungen zum Frauentag:  http://www.ots.at/suche/frauen
Walter Hollstein "Die Männer - Vorwärts oder zurück?" Knaur Verlag, 1990

PS: "Unverständlich", so der Kommentar der Zeit im Bild, aber der Ministerrat hat die Quote für staatsnahe Betriebe heute nicht beschlossen....
**** Alexandra Bader ...  alexandra@ceiberweiber.at .........  http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=2010

Zur Zukunft von Ceiberweiber:  http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=1930&koobi=547e6f3b118610b48966b62daf12a476

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