Durch’s wilde Kapadokien - Unterwegs in der Türkei

 

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Anatolien/Türkei. (Korrespondenz/doem) Ich besuche sieben Tage die Türkei, Kapadokien, Zentralanatolien, übrigens zweitgrößtes der sieben geographischen türkischen Gebiete im Nahen Osten, Vorderasien.

Mein Trip ist nichts Besonderes: Kapadokienrundfahrt mit dem Reiseservice Deutschland (RSD) für billig Geld in der Nebensaison. Jede Nacht ein anderes Hotel. So in Kemer, an den weltverühmten Kalkterassen von Pamukkale oder in der Touristenstadt Antalya, der türkischen Millionenmetropole. Offiziell eine Bildungsreise ist es vielleicht mehr eine Kaffeefahrt, die dazu animieren soll, Teppiche zu kaufen!? Aber: Unser Reiseführer Merdan Doganyigit ist ein belesener Mann, Doktor der Archäologie, der eine Menge zur Situation in der Türkei, zu Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten zu sagen hat. Tacheless: „Die Kurden waren ein turkmenischer Stamm“, erzählt der 42jährige Scout. „Öcalan, die PKK sind Terroristen.“ Merdan kann nichts anderes sagen, ist er doch als freiberuflicher Reiseführer direkt dem Tourismusministerium, der Regierung unterstellt. Aber, so sagt er, Erdogan sei dumm – und gibt damit vermutlich die Meinung des größten Teils der türkischen Bevölkerung wider. Waren die Massenproteste im Sommer 2013 in der Türkei doch direkt gegen den authoritär regierenden Recep Tayip Erdogan gerichtet. „Lass‘ uns unser Leben leben“, forderten die Demonstranten damals.

Polizei

Die Türken (eigentlich eine beleidigende Bezeichnung für die Osmanen) vergöttern Attatürk, den Staatsgründer von 1923, der Freiheit, Rechte, Laizismus und Demokratie brachte. Auch der heimatverbundene kommunistische Dichter Nazim Hikmet wird verehrt, heute wieder in der Schule gelesen, ist nach dem Verbot wieder fester Bestandteil türkischer Kultur. „Wir haben kein Vertrauen in die Polizei“, sagt Reiseführer Merdan. Wie auch? Selbst nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin herrscht in der Türkei eine problematische Menschenrechtslage, Misshandlungen, ja, Foltervorwürfe gegen die Sicherheitsbehörden sind nicht unüblich. Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen rangiert die Türkei aktuell abgeschlagen auf Platz 154, weit hinter Libyen oder Togo.

Rente

Am Schluss unserer Reise, im letzten Hotel, spreche ich mit dem Masseur, der in der Türkei Germanistik studierte. Eigentlich sei er Rentner, sagt er. Um seine Familie durchzubringen müsse er aber weiter arbeiten. Ich erzähle ihm, dass das in Deutschland nicht anders sei.

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