Baumbesetzung am Bundestag

 

Aktivis*Innen besetzen einen Baum vor dem deutschen Bundestag
Aktivis*Innen besetzen einen Baum vor dem deutschen Bundestag


Aktivist*Innen haben heute, am 01.10.18, einen Baum vor dem deutschen Bundestag besetzt. Die Aktivist*Innen halten die Stellung!

Der Hambacher Forst wird geräumt.
Die Interessen eines Großkonzerns werden über den Willen der Mehrheit der Bevölkerung gestellt. Der Klimawandel schreitet unverändert fort.
Wir haben es satt, dass unserem Protest Polizist*innen gegenüber gestellt werden, Politiker*Innen uns als gewaltbereite Staatsfeinde pauschalisieren und der Dialog mit der Politik untergeht.
Aus diesen Gründen bringen wir den Protest aus dem Hambacher Forst direkt vor den deutschen Bundestag.

Der Hambacher Forst ist einer der ältesten Wälder Europas und existiert seit der letzten Eiszeit vor 12000 Jahren. Er ist das Zuhause von vielen bedrohten Tier- und Pflanzenarten wie z.B. der Bechsteinfledermaus oder der Haselmaus.

Diesen Wald zu roden, um den klimaschädlichsten fossilen Rohstoff weiterhin abzubauen ist in unser heutigen Zeit nicht mehr tragbar. Laut einer Studie des Institutes für Wirtschaft und Ökologie der Universität St. Gallen sprechen sich 75% der Bevölkerung für einen Kohleausstieg aus. Die Bundesregierung vertritt mit ihren Entscheidungen die Kohleförderung weiter zu unterstützen nicht mehr die Gesellschaft und hat dadurch die Politikverdrossenheit selbst zu verschulden. Dagegen repräsentieren die Aktivist*innen im Hambacher Forst einen größeren Anteil an Menschen in und außerhalb Deutschlands, da Forderungen nach Klimagerechtigkeit und dem Kohleausstieg immer lauter werden.

Wir fragen uns: Warum fördert diese Regierung weiterhin den Abbau und die Verstromung von Braunkohle, wenn selbst ökonomische Fakten dem entgegen sprechen? Schon heute ist Strom aus Photovoltaik und Windkraft wirtschaftlicher als Kohleverstromung3. Durch die stetig steigende Wirtschaftlichkeit der erneuerbaren Energien ist es also nur noch eine Frage der Zeit, bis der Kohleausstieg rein aus ökonomischen Gründen eintreten muss.

Auch wir machen uns Sorgen um die aktuell noch 20.891 Beschäftigten in der Braunkohleindustrie1. Es darf allerdings auch nicht außer Acht gelassen werden, dass es bis 2020 im Bereich Erneuerbare Energien 450.000 neue Arbeitsplätze geben wird2.
Wir fragen uns: Ist es wirklich unmöglich, diesen Menschen neue Arbeitsmöglichkeiten zu verschaffen? Es ist neben den Unternehmen auch die Verantwortung der Regierung für die Umschulung der Menschen zu sorgen.

Vor allem aber machen wir uns Sorgen um all die Menschen, die vom Klimawandel betroffen sind und sein werden, all die Menschen, die ihre Lebenssngrundlage, ihren Lebensraum oder sogar ihr Leben verlieren werden und all die Menschen, die von Naturkatastrophen und Hungernöten betroffen sind und sein werden. Weltweit wird die Zahl von flüchtenden Menschen weiterhin steigen, wenn sich die Fluchtgründe verschärfen. Auch die Bundesregierung trägt Verantwortung für ihr ökologisches Handeln.

Wir fordern deswegen einen sofortigen Stop der Räumung und der anschließenden Rodung im Hambacher Forst, einen konkreten Plan zum sofortigen Kohleausstieg und eine Beschleunigung beim Umstieg auf erneuerbare Energien.


1) Stand 31.12.2017, Bundesverband Braunkohle und Statistik der Kohlewirtschaft e.V.
2) Bericht vom Bundesamt für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
3) Bericht des Fraunhofer-Instituts, März 2018

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